Verantwortung für den Nachwuchs und die Akademie

Christian Knoll gibt euch im heutigen Interview, eine Einsicht in die Position als Nachwuchsleiter Organisation & Administration, bei der SG Dynamo Dresden. Darüber hinaus erfahren wir mehr über seinen Karriereweg und erhalten hilfreiche Tipps.  

 

Was sind deine Tätigkeitsfelder als Nachwuchsleiter Organisation & Administration und wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Mein Tätigkeitsfeld kann man grob aufgliedern in das Tagesgeschäft und die Projekt- und Konzeptarbeit. Im Tagesgeschäft kümmere ich vorwiegend darum, dass alles rund um den Trainings- und Spielbetrieb organisiert ist und reibungslos läuft. Darüber hinaus fungiere ich als Administrator unserer Trainingssoftware und achte darauf, dass Trainer und Mitarbeiter eine möglichst lückenlose Dokumentation sämtlicher Daten gewährleisten. Auf der administrativen Seite liegen auch das Passwesen und die Lizenzierung, für die ich seitens der Nachwuchs Akademie hauptverantwortlich bin.
Neben dem Tagesgeschäft liegen noch mehrere Projekte und Konzepte auf meinem Tisch. Bei den letzten beiden Durchgängen der Zertifizierung unserer Akademie war ich Projektleiter. Außerdem betreue ich unsere internationale Förderkooperation als Projektverantwortlicher.
Zudem bin ich gemeinsam mit Jan Seifert, unserem Nachwuchsleiter Sport, für die strategische Planung und Ausrichtung der Nachwuchs Akademie zuständig – natürlich immer in enger Abstimmung mit unserem Geschäftsführer Sport.

Welchen Karriereweg hast du gewählt um da zu sein wo du heute bist?

Nach dem Abitur habe ich an der TU München den Bachelorstudiengang „Wissenschaftliche Grundlagen des Sports“ studiert. Parallel zur Bachelorarbeit absolvierte ich damals ein Praktikum bei der SG Dynamo Dresden. Nachdem ich zu Beginn in die Abteilungen Marketing und PR/Kommunikation reinschnuppern konnte, wechselte ich dann in die Nachwuchs Akademie des Vereins. Anscheinend habe ich mich dort damals nicht so schlecht geschlagen, denn mir wurde nach dem erfolgreichen Klassenerhalt in der Saison 2012/13 eine Festanstellung angeboten. Zu Beginn war ich als Assistenz der Nachwuchsleitung tätig, dann zusätzlich auch als Projektleiter für die Zertifizierung. 2018/19 gehe ich in meine siebte Saison bei Dynamo, erstmals in neuer Funktion als Nachwuchsleiter Organisation & Administration. Parallel belege ich zudem seit Oktober 2017 den berufsbegleitenden MBA „Sportmanagement“ an der Universität in Jena.

 

 

 

Was waren deine Beweggründe für eine berufliche Tätigkeit im Fußballbusiness?

Eigentlich gab es nur einen, und zwar einen ganz einfachen: Wie viele andere liebe ich diesen Sport einfach. Daher war für mich früh klar, dass ich in diese Richtung gehen möchte.

 

Gab es einen besonderen Moment in deiner Laufbahn der dich besonders geprägt oder beeinflusst hat?

Davon gab es viele. Einer davon war, als wir im Juli 2015 das Zertifizierungsergebnis erhalten haben. Ich habe den Bericht schnell durchgeklickt, um das Endergebnis zu sehen, und bin dann fast vom Stuhl gefallen, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass wir tatsächlich von 0 auf 3 Sterne hochgehen. Das war dahingehend besonders, weil es uns als Team und mir als Projektleiter gezeigt hat, dass wir absolut auf dem richtigen Weg sind und die richtigen Hebel in Bewegung gesetzt haben.

 

Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften, die man für eine Karriere im Fußballbusiness mitbringen sollte?

Flexibilität, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Eigeninitiative und eine gesunde Portion Selbstvertrauen.

 

Was würdest du jemandem Empfehlen der in der Fußballbranche Beruflich weiterkommen oder auch Fuß fassen möchte?

Man sollte sich immer treu bleiben und seine Prinzipien verfolgen. Irgendwann kommt dann der Moment, an dem man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, und dann muss man einfach zupacken und die Chance ergreifen.

 

Welche Besonderheiten bringt eine Tätigkeit in der Fußballbranche mit sich?

Einen geregelten Tagesablauf gibt es nicht. Jeder Tag ist anders. Natürlich gibt es bestimmte Strukturen und Standardvorgänge, dennoch kommen viele Themen auf den Tisch, die man teilweise ganz neu betrachten muss. Zudem gibt es keine geregelten Arbeitszeiten, nicht den klassischen Bürotag von 9 bis 17 Uhr. Es können Wochen dabei sein, in denen man vor 20 Uhr nicht zu Hause ist und sich am Wochenende noch zwei oder drei Heimspiele vom Nachwuchs ansieht.

 

 

Was sind für dich die Pro und Contra Argumente für eine Karriere in der Fußballwelt?

Eine Jobgarantie gibt es nicht wirklich, daher ist eine mittel- oder gar langfristige Lebensplanung schwierig. Zudem gibt es, wie gerade beschrieben, keine festen Abläufe und Routinen. Das finde ich jedoch sehr reizvoll, da jeder Tag andere Herausforderungen mit sich bringt. Aber das größte Argument dafür ist doch eindeutig: Es gibt nichts schöneres als sein Hobby zum Beruf machen zu können und im Fußball tätig zu sein.

 

 

Wie sieht dein Plan für die Zukunft aus was sind deine persönlichen Ziele?

Das erste Ziel zu Beginn der Saison haben wir bereits erreicht: Wir konnten die 3 Sterne aus der letzten Zertifizierung bestätigen, das Ergebnis sogar noch verbessern. Darüber hinaus freue ich mich in erster Linie auf meine neue Aufgabe als Nachwuchsleiter Organisation & Administration gemeinsam mit Jan Seifert (Nachwuchsleiter Sport). Unser gemeinsames Ziel ist es, die Nachwuchs Akademie in den kommenden drei Jahren hoffentlich bestmöglich zu führen, weiterzuentwickeln und gemeinsam mit unserem starken Mitarbeiterteam unsere gesetzten Ziele zu erreichen.
Ich freue mich aber auch auf den Oktober 2019, wenn ich dann hoffentlich den MBA „Sportmanagement“ in der Tasche habe.